Mit der Mieter-App in die digitale Zukunft

Nassauische Heimstätte kooperiert mit Technologieunternehmen Allthings / Zusätzlicher Service für Mieter und Mitarbeiter / Anmeldezahlen steigen täglich

Frankfurt am Main – Der digitale Wandel ist auch in der Wohnungsbranche in vollem Gange. Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt stellt sich dieser Herausforderung: Seit Mitte September bietet Hessens größtes Wohnungsbauunternehmen den Bewohnern in ausgewählten Pilotquartieren die Mieter-App an, die gemeinsam mit dem deutsch-schweizerischen Technologieunternehmen Allthings entwickelt wurde. Im Rahmen der Immobilienmesse ExpoReal in München haben Vertreter beider Unternehmen das neue Angebot am Dienstag, 9. Oktober, präsentiert. „Digitale Kompetenz wird in den nächsten Jahren mehr und mehr zum Wettbewerbsvorteil“, sagte Geschäftsführer Dr. Constantin Westphal. „Im Rahmen unserer Digitalisierungsstrategie möchten wir unser Angebot daher um entsprechende Lösungen erweitern. Mit der App bieten wir einen zusätzlichen Service an, der unseren Mietern, aber auch unseren Mitarbeitern zugutekommt.“ Stefan Zanetti, Geschäftsführer von Allthings dazu: „Wohnungsunternehmen wie die Nassauische Heimstätte profitieren gleich mehrfach von den Möglichkeiten digitaler Plattformen: Prozesse können für die Mitarbeiter effizienter gestaltet werden, während die Mieter von einem gesteigerten Service-Level profitieren. Gleichzeitig wird die Transparenz über das Geschehen in Gebäuden erhöht, wodurch auch es auch in Zukunft möglich wird, am Puls der Mieter zu bleiben.“

Kommunikation verbessern, bestmöglichen Support anbieten

Zunächst profitieren Mieter in Frankfurt, Wiesbaden und Kelsterbach von dem neuen Angebot. „In fünf Quartieren mit etwa 700 Wohnungen bieten wir die grundlegenden Funktionen erst einmal in Form einer Basis-App an“, erläutert Holger Lack, Leiter des Regionalcenters Frankfurt, in dessen Zuständigkeit der Großteil der Wohnungen fällt. In dieser Basis-Version erhält der Mieter an der digitalen Pinnwand unter anderem Informationen über sein Quartier und die Umgebung. Er kann sich über das Angebot von Vereinen, sozialen Einrichtungen, Gastronomie und Einzelhandel informieren und die diversen Services der Nassauischen Heimstätte – etwa den Gebäude-TÜV, den Flohmarkt, die Leihbörse oder den Reparaturservice – in Anspruch nehmen, einen passenden Ansprechpartner für sein Anliegen suchen oder direkt den Vermieter kontaktieren. Die Heizung ist kaputt oder der Wasserhahn tropft? Selbstverständlich können auch Schäden über die App gemeldet und Fotos dazu übermittelt werden. „Setzen die Mieter Mitteilungen über Mängel in der Wohnung an uns ab, werden diese so schnell wie möglich bearbeitet“, ergänzt Lack. „Unser Ziel ist es, den bestmöglichen Support zu bieten, die Kommunikation zu verbessern und somit die Zufriedenheit unserer Mieter weiter zu steigern.“ Bei vielen Schadensfällen wird dadurch eine Vorabbesichtigung durch die Verwaltung oder einen Handwerker überflüssig, die Terminabstimmung verläuft schneller und reibungsloser.

Wichtiger Schritt auf dem Weg in die digitale Zukunft

Selbstverständlich, so Lack, bleibe es jedem Mieter selbst überlassen, inwieweit er über die neue App oder über herkömmliche Wege kommunizieren möchte. Mit der App würden Mieter wie Mitarbeiter jedoch eine Menge Zeit sparen. „Mieter können von jedem beliebigen Ort aus mit uns in Kontakt treten. Anrufe oder gar ein persönliches Erscheinen im Servicecenter sind damit nicht mehr notwendig.“ Für Geschäftsführer Westphal ist die App daher ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die digitale Zukunft. „Wenn die Digitalisierung auch in der Vermietung von Wohnungen erst einmal die typische Dynamik solcher Entwicklungen erreicht hat, müssen unsere Angebote stehen – für alle Bestände und in allen Geschäftsbereichen.“

Kontakte knüpfen, Identifikation mit dem Quartier stärken

In der Pilot-Phase soll eruiert werden, welche Anforderungen die Mieter an die App stellen, welche Inhalte sie wünschen. „Wir wollen gemeinsam eine App entwickeln, die zu uns und unseren Mietern passt“, erläutert Holger Lack weiter. Dank des modularen Aufbaus der Allthings Plattform können im Lauf der Zeit je nach Bedarf zusätzliche Leistungen integriert werden, zum Beispiel zum Thema Carsharing. Neben dem rein praktischen Nutzen hat die App aber auch eine soziale Funktion. „Mieter und Vermieter treten aus der Anonymität, knüpfen soziale Kontakte und spinnen Netzwerke“, führt Geschäftsführer Westphal weiter aus. „Letztendlich kann das auch dazu führen, die Identifikation der Bewohner mit ihrem Quartier weiter zu stärken.“ Mit der bisherigen Resonanz ist man bei der Nassauischen Heimstätte sehr zufrieden. Schon kurz nach Freischaltung der App meldeten sich die ersten User an, täglich werden es mehr. Besonders erfreulich: Auch viele ältere Mieter nehmen den Service in Anspruch. Nach der Pilotphase werden die Erfahrungen von Mietern und Mitarbeitern mit der App abgefragt und ausgewertet. Im Erfolgsfall könnte das Angebot auf alle Bestände der Nassauischen Heimstätte ausgeweitet werden.

Die Mieter-App ist nicht das erste digitale Projekt der Unternehmensgruppe. Vor kurzem erst wurde ein weiteres Pilotprojekt gestartet: In einem Quartier in Darmstadt testen Mieter und Mitarbeiter das schlüssellose Zugangssystem KIWI. Ganz im Zeichen der Digitalisierung steht auch hubitation, der Startup-Accelerator der Nassauischen Heimstätte. Die Gewinner des vor Kurzem entschiedenen hubitation-contests präsentiert die Unternehmensgruppe ebenfalls auf der Expo Real.


Foto: UGNHWS / Jens Duffner

Thomas Ulrich

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