Digitalisierung der Immobilienbranche: Vom Umgang mit Proptechs

Marc Beermann, COO und Mitgründer vom deutsch-schweizerischen Proptech Unternehmen Allthings, über die digitalen Veränderungen des Kerngeschäfts der Immobilienbranche und die Rolle, die Proptechs dabei spielen.

Anhand von drei Nutzenperspektiven lässt sich die digitale Reife von Immobilienunternehmen feststellen. Digitalisierung des analogen Status-quo ist die erste und naheliegenste Nutzung. Digitale Technologie macht bestehende Geschäftsmodelle und -prozesse effizient, medienbruchfrei und transparent. Der Nutzen und die Risiken beim Einsatz von Technologie zur Optimierung der altbekannten und eingeschwungenen Wertschöpfungsprozessen lässt sich gut vorhersagen und planen.

Die langfristig grössere Kraft bei der Digitalisierung entwickeln dagegen Technologien, die entweder neue Kundennutzen oder sogar neue Geschäftsmodelle ermöglichen und die das Kerngeschäft der Immobilienunternehmen massiv verändern. Hierzu gehören zum Beispiel Plattformen und Marktplätze, die ganze Wertschöpfungsstufen eliminieren, Automatisierungstechnologie wie künstliche Intelligenz oder smarte Haustechnik, die vom Nutzer selbst installiert wird.

Der Wettbewerb der Zukunft wird unerwartet schnell und aus neuer Richtung kommen – grosse Technologiekonzerne wie Google oder Samsung. Immobilien sind in der digitalen Welt noch weitgehend unbesetztes Terrain und das Rennen um die Vorherrschaft ist noch völlig offen. Immobilienunternehmen selbst sind dabei in der besten Position, diesen Markt zu besetzen und zu monetarisieren.

Für die digitale Weiterentwicklung des Geschäftsmodells existieren allerdings keine Blaupausen und Rezepte. Diese müssen neu erdacht oder – inspiriert von erfolgreichen Modellen anderer Branchen – übernommen, weiterentwickelt und in der Praxis getestet werden. Der Entwicklungsprozess ist dabei schnell und iterativ, aber auch sehr unscharf – das Ergebnis ist zunächst offen bis erste Erfahrungen gesammelt und bewertet wurden.

Aus unserer Sicht unternehmen die Führungskräfte vieler Immobilienunternehmen grosse Anstrengungen, diese Art von Innovationsprozess in ihren Organisationen zu verankern. Wie in anderen Branchen zu beobachten kommen die grossen, das Kerngeschäft betreffenden Veränderungen meistens nicht aus der Branche selbst – sie sind aber auch nur schwer gegen die Branche möglich.

Hier sind branchennahe Technologiefirmen, Proptechs, ein wichtiger Katalysator um die Unternehmen mit digitalem Denken zu impfen und um viele unterschiedliche Modelle effizient im Markt zu testen.

Uns sind unterschiedliche Vorgehen der Immobilienunternehmen im Umgang mit Proptechs aufgefallen, von denen sich einer als erfolgreicher als die anderen erwiesen hat. Immobilienunternehmen, die verschiedene Lösungen sehr schnell testen und intelligent auswerten, die dem Proptech den Raum geben, die hohe Geschwindigkeit zu halten​ und dabei auch Fehler machen, fahren wesentlich besser als Unternehmen, die ihren langsamen Rhythmus und ihr planerisches Vorgehensmodell dem Partner aufzwingen.

Dieser Artikel erschien in der Konferenzzeitung zum Urban Leader Summit 2017.
Quelle: https://goo.gl/wbk919

andrealauckner

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