„my 7 cents“: PropTech Investor Marc Stilke über die Digitalisierung in der Immobilienbranche

Mit my 7 cents starten wir eine neue Serie auf dem Allthings Magazine: Ausgewiesene Persönlichkeiten an der Schnittstelle Immobilien / Digitalisierung geben Antworten auf sieben unkonventionelle Fragen, die sie aus einem Pool von 21 möglichen Fragen selbst auswählen. Heute: Marc Stilke.

Marc Stilke beteiligt sich als Business Angel an digitalen Startups, berät Unternehmen und Investoren bei der digitalen Transformation und übernimmt Aufsichtsratsmandate. Sein Beteiligungsportfolio umfasst eine Reihe von PropTechs, SaaS Unternehmen und Marktplätze. Von 2009 bis 2015 als CEO von Immobilienscout24 tätig, ist Marc Stilke Initiator von Blackprint Booster, dem Akzelerator der deutschen Immobilienbranche, und er war einer der ersten Investoren von Allthings. Was er zur Digitalisierung in der Immobilienbranche zu sagen hat, verrät er uns diese Woche in unserer Reihe „my 7 cents“.

Was hältst Du für maximal unterschätzt im Rahmen der Digitalisierungsdebatte im Immobilienumfeld?

Wie lange es braucht, neue Ansätze wirklich groß zu machen, d.h. entweder ein PropTech Startup zu skalieren oder die digitale Transformation etablierter Unternehmen jenseits von Pilotprojekten nachhaltig und umfassend zu verankern. Hintergrund sind die im Vergleich eher geringe Homogenität von Immobilien, die Herausforderung Offline-Aspekte in die Prozessketten zu integrieren und der aktuell geringe Veränderungsdruck der Branche. Hieraus ergeben sich für PropTechs lange Vertriebszyklen, sowie die Aufgabe, guten Zugang zur Branche zu bekommen, und eher höherer Finanzierungsbedarf.

Wovon warst Du mal überzeugt, und bist es heute nicht mehr in Bezug auf die Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft?

Von der Möglichkeit, einen digitalen Marktplatz für Investmentimmobilien aufzubauen. Beim Aufbau von Commercial Network bei Immobilienscout24 haben wir unterschätzt, wie schwer es ist, die Transaktion von heterogenen Investmentimmobilien zu digitalisieren. Bestehende Netzwerke, wenig Wunsch nach Transparenz und hohe Komplexität waren die stärksten Hürden.

Wenn Du Immobilienentwickler wärst: Wie würdest Du die Möglichkeiten der Digitalisierung für Dein Geschäft nutzen?

Nachfrage-, Angebots-  und Transaktionsdaten würde ich systematisch bei der Kalkulation, Vermarktung und beim Pricing nutzen. Virtuelle Immobilientouren würde ich zur Visualisierung im Neubau verwenden und Mezzaninkapital über Finanzierungsplattformen wie Zinsbaustein einwerben. Außerdem würde ich Software für die Abwicklung von Individualwünschen im Planungs- und Bauprozess einsetzen.

Wärst Du bei einer Behörde tätig, und könntest etwas ändern, damit die Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft schneller voranschreitet: Was wäre das?

Grundbuch und Transaktionen würde ich digitalisieren und öffentlich verfügbar machen. Mein Ziel wäre es, zeitnah Transparenz zu schaffen und Immobilientransaktionen billiger und schneller zu machen. Daraus würden zusätzlich spannende daten- und transaktionsbasierte Geschäftsmodelle entstehen.

Bei welcher Firma – Allthings und Deine eigene ausgeschlossen 😉 – würdest Du gerne mal eine Woche als Insider mitlaufen?

Bei Amazon und bei einem Vorreiter von Künstlicher Intelligenz. Mich interessiert die Kultur von Amazon, wie sie es schaffen, auch in großem Rahmen innovativ und mutig zu bleiben. KI ist für mich eine der bedeutendsten, aber auch gesellschaftlich-ethisch herausforderndsten Technologien der Zukunft.

Könntest Du zehn Jahre zurück gehen und in den frühen Jahren der Digitalisierung mitwirken: In welchem Job / bei welchem Unternehmen würdest Du gerne einsteigen?

Ich würde wieder bei Immobilienscout24 einsteigen, dem Vorreiter der Digitalisierung in der Immobilienbranche. Die Suche und Vermarktung von Immobilien ins Internet zu bringen und so zu revolutionieren und auf dieser Basis die Wertschöpfungsketten rund um den Umzug und die Maklerei neu zu gestalten, begeistert mich noch heute.

Könntest Du nochmals auf grüner Wiese beginnen und hättest unbeschränkt viel Geld zur Verfügung: Was für ein Unternehmen würdest Du gründen?

Einen Marktplatz für digitale Baufinanzierungen. Anleger und Kreditnehmer zusammenzubringen und den gesamten Prozess von der Bonitätsprüfung über die Bewertung und das Lending bis hin zur Abwicklung und Verbriefung zu digitalisieren, wäre genial.

 

Mehr Infos zu Blackprint Booster auf www.blackprintbooster.de.

Stefan Zanetti

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